Persönlichkeitsentwicklung — die 6 + 1 Schritte

Persönlichkeitsentwicklung ist in Deutschland zu einem geflügelten Wort geworden. Die Trainingsbranche boomt genauso wie der Coachingmarkt (und ja, wir sollten in einigen Punkten Unterschiede definieren... dazu allerdings später) und alle Akteure erklären, wie sie DICH auf das nächste Level bringen.

 

Doch was bedeutet das? Wann ist Persönlichkeitsentwicklung auch wirklich ein zielorientierter, sinnhafter Prozess und nicht einfach nur „Bla Bla“?

 

In diesem Artikel erfährst du, welche Aspekte der Persönlichkeitsentwicklung wichtig sind und woran du messen kannst, das wirklich das passiert, was du auch möchtest. Außerdem zeigen wir dir, weshalb ein Mentoringprogramm mit Umsetzungsgarantie nie (also wirklich: nie) falsch sein kann.

persönlichkeitsentwicklung

Persönlichkeitsentwicklung — Wieso 6 + 1 und nicht 7?

Persönlichkeitsentwicklung folgt keinem starren System, auch wenn du im Weiterbildungsmarkt diverse finden wirst. Diese sind von Seminar- und Trainingsanbietern konzipiert worden, um die eigenen Fähigkeiten an den Endkunden zu verklauseln. Ob die Systeme dir tatsächlich helfen, steht auf einem anderen Papier (bzw. in einem anderen Artikel...).

 

Den Erfolgstrainern sowie deren Angeboten ist allerdings etwas gemein: Sie folgen gewissen Grundregeln, die sie und auch dich erfolgreich machen (können).

Seminarchecker hat diese für dich herausgelöst und setzt einen weiteren obendrauf. Daher sind es nicht nur sechs, sondern 6 + 1 Schritte. Diese Erfolgsstufen sind nicht zwangsweise in einer vorgeschriebenen Reihenfolge zu absolvieren, allerdings hilft es sicherlich, der ein oder anderen Empfehlung fragend zu begegnen und zu überlegen: Trifft das auf mich zu und passt das für mich?

Lass uns gemeinsam die Schritte betrachten:

 

1. Willst du irgendwohin? Oder: Brauche ich Persönlichkeitsentwicklung?
2. Die Bedeutung deines sozialen Umfelds für deine Persönlichkeitsentwicklung
3. Lerne, Ziele zu setzen
4. Ausdauer und Wachstum sind Fragen der Einstellung. - Persönlichkeitsentwicklung hin zum „richtigen“ Mindset
5. Ausdauer entwickeln - Ohne Prozesse ist alles nichts.
6. Kopiere Verhaltensweisen erfolgreicher Menschen

 

Der SeminarChecker „+1 - Tipp“: Installiere nachhaltige Routinen und Prozesse

 

1. Willst du irgendwohin? Oder: Brauche ich Persönlichkeitsentwicklung?

Persönlichkeitsentwicklung ist ein Prozess, der jedem Menschen eigen ist. Mit der Geburt (vermutlich bereits davor) entwickeln wir Aspekte unseres Selbst. Über KiTa, Schule und Berufsausbildung/Studium sind wir für viele Jahre stetig in Systeme eingebunden, die uns voranbringen. Wir werden gebildet (ob nützlich oder weniger, steht hierbei nicht zur Debatte), sozialen Reizen ausgesetzt und regelmäßig herausgefordert.

 

Sobald wir diese Systeme verlassen und in starrere Formen übergehen (z. B. langjährige Beschäftigungsverhältnisse, mehrjährige Beziehungen usw.), verändern wir auch den Vorgang der Persönlichkeitsentwicklung. Es ist nun verstärkt an uns selbst, Wissenserweiterung zu suchen. Durch neue Freundschaften, wechselnde Partner oder/und berufliche wie familiäre Veränderungen kommen wir ebenfalls in die Situation, uns anpassen zu müssen. Das trägt zur Persönlichkeitsentwicklung bei.

 

Stehst du allerdings in einem unflexiblen Konstrukt aus Sätzen wie „Das haben wir schon immer so gemacht!“, „Das ist völlig ausreichend?“, „Muss das denn sein?“ oder „Ist doch schön so!“, wirst du über kurz oder lang etwas bemerken: Die Welt um dich herum verändert sich — und du kommst nicht hinterher.

 

Ein typisches Beispiel, das Menschen bereits seit Jahrhunderten begleitet, spielt sich im Generationenverband ab: Die Großelterngeneration der Geburtsjahrgänge 1975 - 1990 ist wenig bis gar nicht digitalisiert. Viele haben den Sprung in die Welt der Digitalisierung verpasst und beschweren sich nicht selten, vor Touchscreens stehend, dass das“…völlig unsinnig und blöd…“ sei. Diese Menschen haben aufgrund ihrer Lebensumstände das Thema „Persönlichkeitsentwicklung“ partiell ausgeblendet und stehen nun vor dem ein oder anderen Problem.

Persönlichkeitsentwicklung-tipps

emotionale persönlichkeitsentwicklung

1.1 Was ist (also) Persönlichkeitsentwicklung?

Im Prinzip ist Persönlichkeitsentwicklung nichts anderes als Weiterbildung in umfassendem Sinn. Fachliche Weiterbildung findet vornehmlich rein kognitiv statt. Weiterbildung darf allerdings auch emotional geschehen.

 

Während Kinder und Jugendliche charakterlich geformt werden, sperren sich Erwachsene häufig der Charakterbildung durch das Verlassen von Komfortzonen, was ums zur nächsten, wichtigen Frage bringt.

1.2 Wie geht Persönlichkeitsentwicklung?

Kinder müssen(!) sich täglich neuen Herausforderungen stellen, Ängste überwinden, sich „etwas zutrauen“ oder irgendetwas probieren. — Wann hast du das letzte Mal etwas Neues gemacht? Im Alltag geschieht häufig nichts unvorhergesehenes. Wir arbeiten seit 10 Jahren mit den selben Kollegen, haben seit 15 Jahren den selben Partner und fahren seit 6 Jahren das selbe Auto. (Eventuell kauft man sich das Nachfolgemodell…) Aber passiert täglich etwas, das uns herausfordert?

 

Persönlichkeitsentwicklung heißt, sich Fragen zu stellen, die angenehm wie unangenehm sein können. Es bedeutet auch, etwas Neues zu tun… das kann eine Reise sein, der Besuch eines Seminars oder, ganz allgemein, das Verlassen einer Komfortzone.

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… (Falls du dich fragst, was eine Komfortzone ist: Stelle dir vor, du lebst seit mehreren Jahren in einer Beziehung, die dich nicht erfüllt. Also wirklich gar nicht. Aber weil ihr gemeinsam eine eingerichtete Wohnung und zwei Katzen habt, trennst du dich nicht. Du hast Angst vor den Reaktionen der anderen und dem Neustart. Du verharrst also in der komfortablen Kompromisssituation aus „Fühlt sich blöd an, ist aber alles bekannt und kontrollierbar“. Das ist die Komfortzone.)

 

Fassen wir zusammen: Sobald du etwas Neues machst, bist du im Prozess der Persönlichkeitsentwicklung angekommen. Persönlichkeitsentwicklung heißt also „Lernen auf vielen Ebenen“. Somit trägt selbst das Ansprechen einer unbekannten Person bereits zur Persönlichkeitsentwicklung bei (…immerhin lernst du einen anderen Menschen kennen, checkst die Reaktionen usw.).

1.3 Dauert Persönlichkeitsentwicklung lang?

Persönlichkeitsentwicklung ist ein Prozess. Stetig während und unterschiedlich intensiv.

 

Möchtest du einen „schnellen Weg“ gehen, empfiehlt es sich, regelmäßig Weiterbildungsveranstaltungen zu besuchen, in denen du dich mit verschiedenen Themen und Menschen auseinandersetzen darfst. Seminare zur Verbesserung der Rhetorik sind ein gutes Beispiel. Hier hörst du Vorträge, sprichst mit vielen Leuten und wirst - sehr wahrscheinlich - auch selbst vor einer Gruppe referieren. Das sind drei Bereiche des sozialen Miteinanders; alle können angstbesetzt sein und du hast die Möglichkeit, dich in verschiedenen Herausforderungen zu stellen. Das ist Persönlichkeitsentwicklung (also Lernen) im Rekordtempo.

 

Gemütlicher geht das auf Reisen zu. Je mehr Länder und Kulturen du kennenlernst, umso mehr wirst du verschiedene Situationen erleben, die dich herausfordern und prägen… allerdings dauert das etwas länger als ein Wochenende.

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2. Die Bedeutung deines sozialen Umfelds für deine Persönlichkeitsentwicklung

Der Mensch ist in seiner Natur sozial. Wir verbringen einen Großteil unserer Zeit im sozialen Umfeld. Unser Arbeitsumfeld ist sicherlich ein wichtiges soziales Umfeld für die berufliche Entwicklung. Andere wichtige soziale Lernumgebungen sind das Zuhause, die Gemeinschaft und professionelle/soziale Organisationen. Diese sozialen Umgebungen können helfen, sowohl persönliche Entwicklungsziele als auch Karriereziele zu unterstützen.

 

Eine grundlegende Frage ist jedoch: "Wie wichtig sind diese sozialen Rahmenbedingungen für die persönliche Entwicklung?" Hierzu sind drei Grundfaktoren zu beachten.

2.1 Dein soziales Umfeld bildet Selbstüberzeugungen aus

Wir sollten erkennen, dass soziale Umgebungen eine wichtige Rolle bei der Bildung der Selbstüberzeugungen eines Individuums hinsichtlich seiner Fähigkeiten und der Wahrscheinlichkeit, seine Entwicklungsziele zu erreichen, spielen. Eine Überzeugung bestimmt zum Beispiel, wie viel Aufwand Menschen für eine Aktivität aufwenden, wie lange sie ausharren und wie widerstandsfähig sie gegenüber Rückschlägen oder Enttäuschungen sind.

 

Je förderlicher dein Umfeld ist, desto positiver bilden sich deine Selbstüberzeugungen aus.

 

Wenn Individuen in soziale Lernumgebungen versetzt werden, die verständnisvoll und unterstützend sind, wo Ideen, Inputs und Bemühungen respektiert und gefördert werden, werden positive Selbstüberzeugungen gefördert. Das Ergebnis ist, dass der Einzelne aktiv an der persönlichen Entwicklung teilnimmt und mit größerer Wahrscheinlichkeit erfolgreich ist.

persönlichkeitsentwicklung umfeld

Hierzu möchte ich dich bitten, eine kleine Übung zu absolvieren. Allerdings möchte ich dich warnen: Sie wird zum Überdenken deines bisherigen Umfeldes führen.

 Schreibe die Namen der fünf Personen auf, mit denen du die meiste Zeit verbringst!

 

Beantworte dir weiterführend folgende Fragen:

  • Kann ich mit diesen Menschen über mein Privatleben sprechen?
  • Kann ich mit diesen Menschen über mein Berufsleben sprechen?
  • Kann ich mit diesen Menschen über Weiterentwicklung sprechen?
  • Kann ich mit diesen Menschen lachen?
  • Verfolgen diese Menschen ähnliche oder die gleichen Ziele wie ich?
  • Haben diese Menschen Eigenschaften, die ich bewundere und die mich fördern? Wenn ja, welche sind das?
  • Haben diese Menschen Eigenschaften, die mich in meiner Persönlichkeitsentwicklung hindern?

Die Auswertung ist einfach: Bringt dich das Umfeld, das dich die meiste Zeit umgibt, persönlich voran, ist alles gut und du kannst weiterführend fragen: Was hat dein Umfeld davon, dass es dich gibt? Sprich, was kannst du tun, um dich einzubringen?

Hindert dich dein Umfeld, weil die Menschen darin ebenfalls in Komfortzonen stecken und diese weder überwinden können, noch wollen, solltest du überlegen, inwiefern dieses Umfeld förderlich ist.

 

Vermutlich kennst du bereits die Situation: Du hattest mal diesen einen Freund/diese eine Freundin aus Kindheitstagen. Doch irgendwann habt ihr den Kontakt verloren. Nicht, weil ihr voneinander weggezogen seid. Ihr hattet auf einmal andere Freunde und verschiedene Interessen. Kinder und Jugendliche durchleben diesen Prozess mehrfach, wodurch sie sich entwickeln können. Erwachsene bleiben häufig in einem Umfeld stecken; aus Angst, neu beginnen zu müssen, aus Faulheit oder auch aus falschen Wertebekundungen heraus. Sätze wie, „Wir kennen uns doch schon ewig“, sind keine Maßgabe für ein wertvolles Umfeld.

 

Verharrst du schon seit Jahren im gleichen Umfeld oder ziehst du regelmäßig neue Menschen in dein Leben?

 

Besonders kritisch wird es, wenn das eigene Umfeld negativ auf einen einwirkt und Sätze sagt wie: „Das kannst du nicht!“ oder „Das schaffst du nie!“. Sollten diese Aussagen regelmäßig auf dich einwirken, ist das Überdenken der Kontakte eine gute Idee.

2.2 Die Macht des kollektiven Wissens

Als weiteres müssen wir die Macht des kollektiven Wissens und der gemeinsamen Praktiken erkennen. Das soziale Umfeld ermöglicht es uns, vom Informationsaustausch zu profitieren. Niemand weiß alles, was für ein bestimmtes Thema oder Entwicklungsziel relevant ist, aber gemeinsam können wir ein erstaunliches Maß an Wissen aufbauen. Kollektive Intelligenz ist eine wertvolle Komponente des sozialen Umfelds, die für die persönliche Entwicklung genutzt werden kann.

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Lass es uns an einem Beispiel verbildlichen: Du lädst deine Freunde zu deiner Geburtstagsfeier ein und stellst irgendwann fest, dass dein Vorhaben, selbst zu kochen bzw. allein schon „ausreichend“ Getränke zu organisieren, an gewisse Grenzen stößt. Wie viel Saft/Wein/Bier trinkt jeder? Wer trinkt es nicht? Wieviel isst jeder wovon? — Alles Fragen, die sich entweder von einem Caterer preisintensiv beantworten lassen. Oder du fragst einen Freund/ eine Freundin, die bereits Erfahrung im Ausrichten von Feierlichkeiten hat.

 

Eventuell denkst du nun, dass auch das Internet auf viele Fragen eine passende Antwort liefert, doch wann kann es das nicht? Beispielsweise wird dir nur dein Umfeld helfen können, wenn du eine Frage stellst, die ausschließlich dieses beantworten kann: „Wie soll ich mit dem neuen Chef umgehen?“ oder auch „Was schenke ich meiner Freundin am besten zum Geburtstag?"

2.3 Effektive Beurteilung des Selbst durch andere

Soziale Interaktionen ermöglichen es dem Einzelnen, sich selbst mit den Augen anderer zu sehen. Soziale Umgebungen ermöglichen es uns, Feedback, Kommentare und Vorschläge in Echtzeit zu unseren Entwicklungszielen und den Beobachtungen unseres Verhaltens zu erhalten. Rechtzeitiges Feedback ist eine entscheidende Komponente für die persönliche Entwicklung und bietet einen Rahmen für die Beurteilung von Entwicklungslücken und -fortschritten.

 

Feedback kann ein Motor zur Selbstreflexion sein.

 

Das Interesse und Potenzial an sozialen Lernnetzwerken ist groß. Soziale Lernnetzwerke sind darauf ausgerichtet, die Leistungsfähigkeit sozialer Umgebungen für die Persönlichkeitsentwicklung zu optimieren. Sie bestehen aus einem Lernenden und seinen Kontakten sowie anderen Wissensteilnehmern. Soziale Lernnetzwerke können so lokal oder global sein, wie es sich der Lernende wünscht. Sie können Einzelpersonen aus verschiedenen persönlichen sozialen Umgebungen umfassen oder sie könnten Wissenskollaborateure einbeziehen, die dem Lernenden unbekannt sind, aber ähnliche Lernziele und Interessen teilen.

2.4 Dein Umfeld zieht dich. Die Richtung bestimmst du!

Dein Umfeld ist essentiell für deine Persönlichkeitsentwicklung. Es gilt eine simple Regel: Gleich und gleich gesellt sich gern. Handwerker kennen andere Handwerker, Fußballer kennen andere Fußballer und Akademiker kennen andere Akademiker.

du bist der durchschnitt der fünf menschen mit denen du die meiste zeit verbringst

Fühlst du dich in deinem Umfeld unterfordert, bleiben dir vier Möglichkeiten:

1. Du stößt den Vorschlag an, eine Veränderung im Gruppenverhalten einzuführen, sodass sich dein Umfeld kollektiv verändert.
2. Du erweiterst dein Umfeld um Personen, die das machen, was du ebenfalls gern tun möchtest.
3. Du verlässt dein altes Umfeld und suchst dir ein neues.
4. Du akzeptierst die Situation und änderst gar nichts.

 

Jede Option geht mit bestimmten Konsequenzen einher. Du bestimmst, welche es sein dürfen. Als Hinweis sei gegeben:

 

Es gibt viele Menschen, die das gleiche möchten wie du. Sprich diese an! Beispielsweise gibt es für jedes Thema der Persönlichkeitsentwicklung entsprechende Seminare, auf denen nur Menschen sein werden, deren Vorhaben deinen ähneln (oder sich gleichen).

3. Lerne, Ziele zu setzen

Hast du einen unbenutzten Fitnesspass, der Platz in deiner Brieftasche einnimmt? Verbringst du die meisten Gespräche damit, dich bei jemandem über deinen Job zu beschweren, den du hasst und verlassen willst?

 

Wir alle wollen Veränderungen in unserer Lebensweise vornehmen und das Setzen von Zielen, ob beruflich oder persönlich, ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Veränderung. Ziele sind, wie wir das Bild einer Zukunft zeichnen, für die wir motiviert sind.

Leider sind wir die meiste Zeit ziemlich schlecht darin, an unseren Zielen festzuhalten. Das Leben steht im Weg und diese einmaligen Ausreden ("Ich gehe morgen ins Fitnessstudio.“) werden schnell zu totalen Misserfolgen. Aber so muss es nicht sein.

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3.1 Ziele sind ein Ende, kein Anfang

Wenn du dich ausschließlich auf ein Ergebnis konzentrierst, ist es weniger wahrscheinlich, dass du dauerhaft konzentriert und motiviert bleibst oder gar dieses Ergebnis erreichst. Ziele beruhen auf Faktoren, die außerhalb unserer Kontrolle liegen: Unser Leben ist chaotisch und meistens wird etwas oder jemand unseren Zielen im Weg stehen. Das kann demoralisierend sein und deine Motivation zerstören. Schlussendlich geht es beim Setzen und Verfolgen von Zielen nicht selten um den Prozess, über den du ein Ziel erreichst. Es geht vielmehr darum welcher Mensch du auf dem Weg wirst, um ein Ziel zu erreichen. Im Fokus steht nicht das Ziel als solches, sondern vielmehr die Skills die du dir auf dem Weg dahin erwarbeitest.

 

Ziele erfordern mehr Willenskraft als wir häufig glauben: Es braucht eine enorme Menge an mentaler Energie, um jeden Tag auf deine Ziele hinzuarbeiten. Leider ist unser Gehirn faul und irgendwann werden sich diese "nur einmaligen" Ausnahmen einschleichen.

 

Das soll nicht heißen, dass die Ziele selbst schlecht sind. Es ist nur so, dass sich die Art und Weise, wie wir über sie denken, ändern muss.

3.2 Ziele, Gewohnheiten und Prozesse

Wenn dein Zielsetzungsprozess darin besteht, sie einfach aufzuschreiben und zu versuchen, sie zu treffen, wirst du höchstwahrscheinlich scheitern.

Vielleicht bist du etwas weiter fortgeschritten als andere und schreibst einen Aktionsplan, in dem du definierst, wie du deine Ziele (eventuell auch der deiner Persönlichkeitsentwicklung) erreichen möchtest. — Das ist ein guter Anfang, aber es wird dich nicht über die Ziellinie bringen.

 

Stattdessen hängt eine effektive Zielsetzung davon ab, drei Faktoren zu kombinieren:

  • Was du erreichen willst: Das sind deine Ziele. Sie sind das Ergebnis, das du sehen willst, wie z.B. 20 Pfund abnehmen oder einen Roman schreiben.
  • Wie du dorthin kommen wirst: Das ist dein Prozess oder die täglichen Maßnahmen, die du ergreifen darfst, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Wie z. B. 10.000 Schritte am Tag zu Fuß gehen oder jeden Tag schreiben.
  • Warum du es willst: Das sind deine Gewohnheiten. Sie sind die unbewussten Routinen, die deine täglichen Handlungen antreiben.

 

Der letzte Teil - das Warum - ist der Kern des gesamten Zielvereinbarungsprozesses. Um engagiert zu bleiben, braucht man mehr als nur ein Ziel und einen Plan. Du brauchst bessere Gewohnheiten.

 

40-50% unseres Tages werden von Gewohnheiten bestimmt.

 

Hier ist ein Beispiel: Eine Studie gab Gruppen von Kinobesuchern eine Tüte Popcorn - entweder alt oder frisch. Während die Gruppe mit altem Popcorn sagte, dass es nicht gut schmeckt, aßen sie immer noch die gleiche Menge wie die Gruppe mit frisch geknallten Kernen. — Das menschliche Gehirn ist verdrahtet, um eine Routine der Neuheit vorzuziehen. Selbst wenn deine Routinen ungesund sind, ist es ziemlich schwer, dich selbst davon abzuhalten, sie umzusetzen. Das ist zugleich eine herausragende Chance. — Geht es darum, Ziele zu setzen, die wir tatsächlich erreichen werden (nicht möchten), sind Gewohnheiten unser mächtigstes Werkzeug.

Beginne mit der Gewohnheit und das Ziel wird folgen

Die Entwicklung der richtigen Gewohnheiten hilft uns, unsere täglichen Prozesse aufrechtzuerhalten.

 

Einfach, richtig?

 

Anstatt beim Ziel anzufangen und nach unten zu arbeiten, ist der beste Weg, positive Veränderungen zu schaffen, also von unten nach oben zu beginnen. Ändere deine Gewohnheiten und es wird einfacher, die täglichen Aktionen umzusetzen, die dich deinen Zielen näher bringen.

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Schauen wir uns noch einmal unser Beispiel für das Schreiben von Romanen an. Wenn du einen täglichen Prozess des Schreibens von 500 Wörtern festlegst und die richtigen Gewohnheiten aufbaust, die dies unterstützen, hast du am Ende eines Jahres über 180.000 Wörter geschrieben.


Das sind fast vier, 200-seitige Romane oder zwei, 400-seitige literarische Bestien. (Dahingehend ein Tipp: Menschen, die immer wieder versuchen, einen ersten Satz zu schreiben und diesen löschen, weil er nicht perfekt ist, haben am Ende des Tages 700 Sätze gelöscht.)

 

Dieser Prozess kann für jedes Ziel funktionieren, das du erreichen möchtest. Angenommen, du willst Spanisch lernen: Wenn dein Prozess dazu führt, dass du jede Nacht eine halbe Stunde Spanisch lernst, hast du am Ende eines Jahres 182,5 Stunden damit verbracht, die Sprache zu lernen. Das genügt, um sie nahezu fließend zu beherrschen.

3.3 Die 5 Schritte zur effektiven Zielsetzung

Deine Gewohnheiten sind es, die dich motivieren und konsequent halten, wenn du auf deine Ziele hinarbeitest. Aber was ist mit dem Setzen der richtigen Ziele?

Für die besten Erfolgsaussichten gibt es hier einen 3-stufigen Prozess, mit dem du effektive, realistische und umsetzbare Ziele setzen kannst:

 

Notiere deine Kernwerte und setze Ziele, die mit ihnen übereinstimmen!

 

Schreibe deine Ziele auf! Bevor du über Ziele nachdenkst, solltest du verstehen, warum du sie erreichen willst. Mit anderen Worten: Was kümmert es dich?

Das kann eine große Frage sein; und so ist ein guter Ausgangspunkt, 3 - 5 Kernwerte auszuwählen, die aus folgender Liste resultieren. Deine Kernwerte sind die zugrunde liegende Struktur, aus der deine Gewohnheiten, Prozesse und Ziele aufgebaut sind.

 

——

Abenteuer, Achtsamkeit, Achtung, Aktivität, Akzeptanz, Anerkennung, Ausgeglichenheit, Authentizität, Ausdauer, Ästhetik, Aufrichtigkeit
Bildung, Beharrlichkeit, Bescheidenheit, Brillanz, Besonnenheit, Balance, Belastbarkeit, Behaglichkeit, Bodenständigkeit, Beruf, Berufung, Barmherzigkeit
Charisma, Charme, Cleverness, Coolness
Distanz, Disziplin, Dankbarkeit, Demut, Dominanz, Distanz, Durchhaltevermögen
Ehre, Ehrlichkeit, Einsicht, Erfolg, Eigenständigkeit, Empathie, Entwicklung, Engagement, Erkenntnis, Expression, Eigensinn, Eindeutigkeit
Familie, Freiheit, Freundschaft, Frieden, Fülle, Fürsorglichkeit, Flexibilität, Fairness, Fitness, Freude, Fleiß
Gesundheit, Glück, Genuss, Geborgenheit, Gelassenheit, Gemeinschaftssinn, Gastlichkeit, Großzügigkeit, Glaubwürdigkeit, Geduld, Gerechtigkeit, Glaube, Gehorsam
Harmonie, Herausforderung, Herzlichkeit, Höflichkeit, Humor, Heimat, Herkunft, Hierarchie,
Individualität, Intelligenz, Intuition, Inspiration, Innovation, Integrität
Job, Jugend, Jugendlichkeit
Klugheit, Kompetenz, Kreativität, Kooperation, Kontinuität, Kommunikation, Klarheit, Karriere,
Kultur, Kameradschaft, Kritikfähigkeit,
Lässigkeit, Leichtigkeit, Liebe, Loyalität, Leidenschaft, Logik, Lust, Lachen, Langfristigkeit
Macht, Menschlichkeit, Mut, Mitgefühl, Motivation
Nachsicht, Nähe, Natur, Neugier, Nächstenliebe, Nützlichkeit
Offenheit, Ordnung, Optimismus, Organisation, Originalität, Objektivität
Persönlichkeit, Persönlichkeitsentwicklung, Pflichtbewusstsein, Professionalität, Perfektion, Partnerschaft, Phantasie, Pünktlichkeit, Pragmatismus
Redegewandtheit, Reichtum, Respekt, Rücksicht, Ruhm, Ruhe, Religion
Selbstverwirklichung, Sicherheit, Sparsamkeit, Sieg, Spontanität, Sinn, Schönheit, Sportlichkeit, Spaß, Spiritualität, Schutz, Stabilität, Stärke, Sexualität, Sensibilität, Sinn
Tapferkeit, Toleranz, Tradition, Treue, Teamwork, Tugend, Tatendrang, Tüchtigkeit
Überlegenheit, Umweltschutz, Unabhängigkeit, Überfluss, Unbeschwertheit, Ursprünglichkeit
Veränderung, Verbindlichkeit, Vergnügen, Vernunft, Vertrauen, Vision, Vielfalt, Vitalität, Verantwortung
Wissen, Wachstum, Weisheit, Wärme, Wahrheit, Wertschätzung, Wohlgefallen
Zielstrebigkeit, Zuverlässigkeit, Zusammenhalt, Zeitlosigkeit, Zeitverantwortung, Zärtlichkeit, Zugehörigkeit, Zweckmäßigkeit, Zufriedenheit, Zähigkeit

——

 

Deine Werte werden helfen, die Art von Zielen zu bestimmen, auf die du bereit bist, tatsächlich hinzuarbeiten. Wenn also einer deiner Kernwerte "Wissen" ist, wird es einfacher sein, dein Ziel zu erreichen, fließend Spanisch zu sprechen und den Prozess und die Gewohnheiten aufzubauen, die du brauchst, um dorthin zu gelangen.

 

Um zu beginnen, schreibe jedes deiner Ziele auf und sieh, auf welchen Wert es sich bezieht. Oder, eine andere Art, es zu betrachten, ist, deine Liste der Kernwerte durchzugehen und ein Ziel für jedes aufzuschreiben.

Werte

Schritt 2: Beseitige die "gut genug" Ziele, die dir im Weg stehen.

Mit deiner Liste der Ziele, die du erreichen willst, ist es an der Zeit, die Prioritäten zu setzen, an denen du arbeiten möchtest.

 

Dies ist eine schwierige Aufgabe, da es schwierig ist, die Ziele aufzugeben. Vor allem, wenn sie sich mit deinen Kernwerten verbinden. Bestimmte Ziele zur Seite zu schieben, kann das Gefühl erwecken, sich selbst zu betrügen.

 

Um dies zu überwinden, „darfst“ du eine Zwangspriorisierung durchführen.

Schau dir deine vollständige Liste der Ziele an - vielleicht sind es gerade 15-20. Kreise die ersten fünf, die du erreichen willst, ein. Du solltest jetzt 2 Listen haben: eine mit fünf Zielen und eine mit dem Rest. Deine Fünf-Ziele-Liste wird zu deiner "Muss-Liste", während die andere deine "Vermeiden um jeden Preis“-Liste ist. Klingt radikal, funktioniert aber.

 

Erläuterung zur "Vermeiden um jeden Preis“-Liste:

Angenommen, du hast folgende Kernziele:

1. „4000 € monatlich verdienen“
2. „Neues Umfeld durch neue Kontakte aufbauen“
3. „10 kg abnehmen“
4. „Umziehen“
5. „Pro Woche 1 Buch lesen“

 

und folgende Nebenziele:

 

6. „Ein Buch schreiben“
7. „Mich neu einkleiden…“,

 

dann sind die „Nebenziele“ ab jetzt Inhalt deiner „Vermeiden-um-jeden-Preis“-Liste. Der Grund ist simpel: Menschen neigen dazu, sich um Nebensächlichkeiten zu kümmern, anstatt Prioritäten wahrzunehmen. Daher vermeidest du bis zur Komplettierung deiner Ziele-Liste alle Nebenziele. Diese kannst du „neu verhandeln“, wenn Liste 1 komplett ist.

Schritt 3: Erstelle einen Aktionsplan, um auf deine Ziele hinzuarbeiten.

Mit deiner "must do"-Zielliste ist es an der Zeit, einen Plan - oder Prozess - zu erstellen, wie du sie erreichen kannst. Während dies auf deinen eigenen Zeitplan und deine Präferenzen zurückzuführen ist, gibt es eine Reihe von Strategien, die du ausprobieren kannst, wie zum Beispiel das Gliedern der großen Ziele in kleinere Teilziele.

 

Nimm dein Ziel und schreibe jeden Schritt auf, den du unternehmen musst, um es zu erreichen. Wiederhole den Vorgang bezogen auf die Teilziele usw. … bis die Punkte klein genug sind, um sie täglich abzuarbeiten.

Seminarchecker