Persönlichkeitsentwicklung — die 6 + 1 Schritte

Persönlichkeitsentwicklung ist in Deutschland zu einem geflügelten Wort geworden. Die Trainingsbranche boomt genauso wie der Coachingmarkt (und ja, wir sollten in einigen Punkten Unterschiede definieren... dazu allerdings später) und alle Akteure erklären, wie sie DICH auf das nächste Level bringen.

 

Doch was bedeutet das? Wann ist Persönlichkeitsentwicklung auch wirklich ein zielorientierter, sinnhafter Prozess und nicht einfach nur „Bla Bla“?

 

In diesem Artikel erfährst du, welche Aspekte der Persönlichkeitsentwicklung wichtig sind und woran du messen kannst, das wirklich das passiert, was du auch möchtest. Außerdem zeigen wir dir, weshalb ein Mentoringprogramm mit Umsetzungsgarantie nie (also wirklich: nie) falsch sein kann.

persönlichkeitsentwicklung

Persönlichkeitsentwicklung — Wieso 6 + 1 und nicht 7?

Persönlichkeitsentwicklung folgt keinem starren System, auch wenn du im Weiterbildungsmarkt diverse finden wirst. Diese sind von Seminar- und Trainingsanbietern konzipiert worden, um die eigenen Fähigkeiten an den Endkunden zu verklauseln. Ob die Systeme dir tatsächlich helfen, steht auf einem anderen Papier (bzw. in einem anderen Artikel...).

 

Den Erfolgstrainern sowie deren Angeboten ist allerdings etwas gemein: Sie folgen gewissen Grundregeln, die sie und auch dich erfolgreich machen (können).

Seminarchecker hat diese für dich herausgelöst und setzt einen weiteren obendrauf. Daher sind es nicht nur sechs, sondern 6 + 1 Schritte. Diese Erfolgsstufen sind nicht zwangsweise in einer vorgeschriebenen Reihenfolge zu absolvieren, allerdings hilft es sicherlich, der ein oder anderen Empfehlung fragend zu begegnen und zu überlegen: Trifft das auf mich zu und passt das für mich?

Lass uns gemeinsam die Schritte betrachten:

 

1. Willst du irgendwohin? Oder: Brauche ich Persönlichkeitsentwicklung?
2. Die Bedeutung deines sozialen Umfelds für deine Persönlichkeitsentwicklung
3. Lerne, Ziele zu setzen
4. Ausdauer und Wachstum sind Fragen der Einstellung. - Persönlichkeitsentwicklung hin zum „richtigen“ Mindset
5. Ausdauer entwickeln - Ohne Prozesse ist alles nichts.
6. Kopiere Verhaltensweisen erfolgreicher Menschen

 

Der SeminarChecker „+1 - Tipp“: Installiere nachhaltige Routinen und Prozesse

 

1. Willst du irgendwohin? Oder: Brauche ich Persönlichkeitsentwicklung?

Persönlichkeitsentwicklung ist ein Prozess, der jedem Menschen eigen ist. Mit der Geburt (vermutlich bereits davor) entwickeln wir Aspekte unseres Selbst. Über KiTa, Schule und Berufsausbildung/Studium sind wir für viele Jahre stetig in Systeme eingebunden, die uns voranbringen. Wir werden gebildet (ob nützlich oder weniger, steht hierbei nicht zur Debatte), sozialen Reizen ausgesetzt und regelmäßig herausgefordert.

 

Sobald wir diese Systeme verlassen und in starrere Formen übergehen (z. B. langjährige Beschäftigungsverhältnisse, mehrjährige Beziehungen usw.), verändern wir auch den Vorgang der Persönlichkeitsentwicklung. Es ist nun verstärkt an uns selbst, Wissenserweiterung zu suchen. Durch neue Freundschaften, wechselnde Partner oder/und berufliche wie familiäre Veränderungen kommen wir ebenfalls in die Situation, uns anpassen zu müssen. Das trägt zur Persönlichkeitsentwicklung bei.

 

Stehst du allerdings in einem unflexiblen Konstrukt aus Sätzen wie „Das haben wir schon immer so gemacht!“, „Das ist völlig ausreichend?“, „Muss das denn sein?“ oder „Ist doch schön so!“, wirst du über kurz oder lang etwas bemerken: Die Welt um dich herum verändert sich — und du kommst nicht hinterher.

 

Ein typisches Beispiel, das Menschen bereits seit Jahrhunderten begleitet, spielt sich im Generationenverband ab: Die Großelterngeneration der Geburtsjahrgänge 1975 - 1990 ist wenig bis gar nicht digitalisiert. Viele haben den Sprung in die Welt der Digitalisierung verpasst und beschweren sich nicht selten, vor Touchscreens stehend, dass das“…völlig unsinnig und blöd…“ sei. Diese Menschen haben aufgrund ihrer Lebensumstände das Thema „Persönlichkeitsentwicklung“ partiell ausgeblendet und stehen nun vor dem ein oder anderen Problem.

Persönlichkeitsentwicklung-tipps

emotionale persönlichkeitsentwicklung

1.1 Was ist (also) Persönlichkeitsentwicklung?

Im Prinzip ist Persönlichkeitsentwicklung nichts anderes als Weiterbildung in umfassendem Sinn. Fachliche Weiterbildung findet vornehmlich rein kognitiv statt. Weiterbildung darf allerdings auch emotional geschehen.

 

Während Kinder und Jugendliche charakterlich geformt werden, sperren sich Erwachsene häufig der Charakterbildung durch das Verlassen von Komfortzonen, was ums zur nächsten, wichtigen Frage bringt.

1.2 Wie geht Persönlichkeitsentwicklung?

Kinder müssen(!) sich täglich neuen Herausforderungen stellen, Ängste überwinden, sich „etwas zutrauen“ oder irgendetwas probieren. — Wann hast du das letzte Mal etwas Neues gemacht? Im Alltag geschieht häufig nichts unvorhergesehenes. Wir arbeiten seit 10 Jahren mit den selben Kollegen, haben seit 15 Jahren den selben Partner und fahren seit 6 Jahren das selbe Auto. (Eventuell kauft man sich das Nachfolgemodell…) Aber passiert täglich etwas, das uns herausfordert?

 

Persönlichkeitsentwicklung heißt, sich Fragen zu stellen, die angenehm wie unangenehm sein können. Es bedeutet auch, etwas Neues zu tun… das kann eine Reise sein, der Besuch eines Seminars oder, ganz allgemein, das Verlassen einer Komfortzone.

komfortzone-persoenlichkeitsentwicklung

… (Falls du dich fragst, was eine Komfortzone ist: Stelle dir vor, du lebst seit mehreren Jahren in einer Beziehung, die dich nicht erfüllt. Also wirklich gar nicht. Aber weil ihr gemeinsam eine eingerichtete Wohnung und zwei Katzen habt, trennst du dich nicht. Du hast Angst vor den Reaktionen der anderen und dem Neustart. Du verharrst also in der komfortablen Kompromisssituation aus „Fühlt sich blöd an, ist aber alles bekannt und kontrollierbar“. Das ist die Komfortzone.)

 

Fassen wir zusammen: Sobald du etwas Neues machst, bist du im Prozess der Persönlichkeitsentwicklung angekommen. Persönlichkeitsentwicklung heißt also „Lernen auf vielen Ebenen“. Somit trägt selbst das Ansprechen einer unbekannten Person bereits zur Persönlichkeitsentwicklung bei (…immerhin lernst du einen anderen Menschen kennen, checkst die Reaktionen usw.).

1.3 Dauert Persönlichkeitsentwicklung lang?

Persönlichkeitsentwicklung ist ein Prozess. Stetig während und unterschiedlich intensiv.

 

Möchtest du einen „schnellen Weg“ gehen, empfiehlt es sich, regelmäßig Weiterbildungsveranstaltungen zu besuchen, in denen du dich mit verschiedenen Themen und Menschen auseinandersetzen darfst. Seminare zur Verbesserung der Rhetorik sind ein gutes Beispiel. Hier hörst du Vorträge, sprichst mit vielen Leuten und wirst - sehr wahrscheinlich - auch selbst vor einer Gruppe referieren. Das sind drei Bereiche des sozialen Miteinanders; alle können angstbesetzt sein und du hast die Möglichkeit, dich in verschiedenen Herausforderungen zu stellen. Das ist Persönlichkeitsentwicklung (also Lernen) im Rekordtempo.

 

Gemütlicher geht das auf Reisen zu. Je mehr Länder und Kulturen du kennenlernst, umso mehr wirst du verschiedene Situationen erleben, die dich herausfordern und prägen… allerdings dauert das etwas länger als ein Wochenende.

persönlichkeitsentwicklung-umfeld

2. Die Bedeutung deines sozialen Umfelds für deine Persönlichkeitsentwicklung

Der Mensch ist in seiner Natur sozial. Wir verbringen einen Großteil unserer Zeit im sozialen Umfeld. Unser Arbeitsumfeld ist sicherlich ein wichtiges soziales Umfeld für die berufliche Entwicklung. Andere wichtige soziale Lernumgebungen sind das Zuhause, die Gemeinschaft und professionelle/soziale Organisationen. Diese sozialen Umgebungen können helfen, sowohl persönliche Entwicklungsziele als auch Karriereziele zu unterstützen.

 

Eine grundlegende Frage ist jedoch: "Wie wichtig sind diese sozialen Rahmenbedingungen für die persönliche Entwicklung?" Hierzu sind drei Grundfaktoren zu beachten.

2.1 Dein soziales Umfeld bildet Selbstüberzeugungen aus

Wir sollten erkennen, dass soziale Umgebungen eine wichtige Rolle bei der Bildung der Selbstüberzeugungen eines Individuums hinsichtlich seiner Fähigkeiten und der Wahrscheinlichkeit, seine Entwicklungsziele zu erreichen, spielen. Eine Überzeugung bestimmt zum Beispiel, wie viel Aufwand Menschen für eine Aktivität aufwenden, wie lange sie ausharren und wie widerstandsfähig sie gegenüber Rückschlägen oder Enttäuschungen sind.

 

Je förderlicher dein Umfeld ist, desto positiver bilden sich deine Selbstüberzeugungen aus.

 

Wenn Individuen in soziale Lernumgebungen versetzt werden, die verständnisvoll und unterstützend sind, wo Ideen, Inputs und Bemühungen respektiert und gefördert werden, werden positive Selbstüberzeugungen gefördert. Das Ergebnis ist, dass der Einzelne aktiv an der persönlichen Entwicklung teilnimmt und mit größerer Wahrscheinlichkeit erfolgreich ist.

persönlichkeitsentwicklung umfeld

Hierzu möchte ich dich bitten, eine kleine Übung zu absolvieren. Allerdings möchte ich dich warnen: Sie wird zum Überdenken deines bisherigen Umfeldes führen.

 Schreibe die Namen der fünf Personen auf, mit denen du die meiste Zeit verbringst!

 

Beantworte dir weiterführend folgende Fragen:

  • Kann ich mit diesen Menschen über mein Privatleben sprechen?
  • Kann ich mit diesen Menschen über mein Berufsleben sprechen?
  • Kann ich mit diesen Menschen über Weiterentwicklung sprechen?
  • Kann ich mit diesen Menschen lachen?
  • Verfolgen diese Menschen ähnliche oder die gleichen Ziele wie ich?
  • Haben diese Menschen Eigenschaften, die ich bewundere und die mich fördern? Wenn ja, welche sind das?
  • Haben diese Menschen Eigenschaften, die mich in meiner Persönlichkeitsentwicklung hindern?

Die Auswertung ist einfach: Bringt dich das Umfeld, das dich die meiste Zeit umgibt, persönlich voran, ist alles gut und du kannst weiterführend fragen: Was hat dein Umfeld davon, dass es dich gibt? Sprich, was kannst du tun, um dich einzubringen?

Hindert dich dein Umfeld, weil die Menschen darin ebenfalls in Komfortzonen stecken und diese weder überwinden können, noch wollen, solltest du überlegen, inwiefern dieses Umfeld förderlich ist.

 

Vermutlich kennst du bereits die Situation: Du hattest mal diesen einen Freund/diese eine Freundin aus Kindheitstagen. Doch irgendwann habt ihr den Kontakt verloren. Nicht, weil ihr voneinander weggezogen seid. Ihr hattet auf einmal andere Freunde und verschiedene Interessen. Kinder und Jugendliche durchleben diesen Prozess mehrfach, wodurch sie sich entwickeln können. Erwachsene bleiben häufig in einem Umfeld stecken; aus Angst, neu beginnen zu müssen, aus Faulheit oder auch aus falschen Wertebekundungen heraus. Sätze wie, „Wir kennen uns doch schon ewig“, sind keine Maßgabe für ein wertvolles Umfeld.

 

Verharrst du schon seit Jahren im gleichen Umfeld oder ziehst du regelmäßig neue Menschen in dein Leben?

 

Besonders kritisch wird es, wenn das eigene Umfeld negativ auf einen einwirkt und Sätze sagt wie: „Das kannst du nicht!“ oder „Das schaffst du nie!“. Sollten diese Aussagen regelmäßig auf dich einwirken, ist das Überdenken der Kontakte eine gute Idee.

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