Klappern gehört zum Handwerk – Grölen NICHT

Und schon flattert der nächste Newsletter rein mit der Überschrift „Elite Coach werden“. Coaches, die selbst kein automatisiertes Business haben, dir aber zeigen wollen wie es geht.

 

Das ist doch genauso wie wenn du ein Diät-Coaching bei Rainer Calmund buchen würdest. Da stimmt die Wahrhaftigkeit nicht.

 

Geht es nur mir so oder wirst du auch bombardiert mit diesen Halbwahrheiten?

Letztens erst wieder: Eigentlich ist das Coaching 11.000€ wert aber heute kostet es dich nur 300€. Ist das eine realistische Rabattierung oder Bauernfängerei?

Nagut, ich will mich nicht nur auskotzen. (Wobei das jetzt echt mal sein musste.)

 

Weißt du, ich freue mich über jeden Coach, der gutes Geld verdient. Ich freue mich noch mehr, wenn ein Coach richtig gut von seiner Tätigkeit leben kann. Noch mehr freue ich mich, wenn der Coach seinem Klienten einen richtig fetten Mehrwert bietet.

Strategiegespräche

Nur frage ich mich aktuell wirklich, ob es nur noch darum geht möglichst einfach, möglichst viele hochpreisige Coachings zu verkaufen?

 

Ich hatte letztens erst ein Strategiegespräch, in dem mich der Coach sehr plötzlich abwürgte, anstatt auf mich einzugehen. Nämlich zu dem Zeitpunkt als ich den Zweifel aussprach „ob dieses Angebot für mich wirklich etwas ist“. Als er merkte, dass ich noch nicht kaufbereit bin, blockte er ab mit den Worten „Ich sende dir dann mal eine E-Mail mit Videos und wenn das etwas für dich ist, dann melde dich wieder.“

 

Weißt du, was aber der Nachteil daran ist? Ich erzählte das natürlich meinen Freunden, wie scheisse das Strategiegespräch war und dass der Coach kein echtes Interesse an mir hatte und dass ich jedem von einer Zusammenarbeit mit diesem Coach abraten würde.

 

So, jetzt ist aber wirklich genug gekotzt.

 

Wofür bist du als Trainer, Speaker oder Coach angetreten?

Die Mission eines Coaches sollte doch sein, einen Mehrwert an die Menschen zu geben. Dafür ist man doch angetreten.

Die Grenze zwischen Zielgruppe einschränken und Menschen bewerten ist bei dem Begriff Hochpreiscoaching sehr dünn.

 

Ich ermutige jeden Coach dringend dazu wahrhaftig, authentisch und ehrlich zu bleiben.

 

Wortmeldung aus der Branche

Viele etablierte und erfolgreiche Coaches, denken da genauso und betrachten, wie ich, besorgt diese Entwicklung.

Denys Scharnweber z.B. beschreibt das in seinem Video sehr gut. Er wünscht sich mehr Wahrhaftigkeit in der Branche, gerade aus der Newcomer Szene.

 

Er spricht vom Unterschied zwischen erlernen und erfahren. Als Coach lernst du Techniken, aber das wahre Leben spielt nicht nach klassischen Techniken. Das muss man erfahren. Gerade als Coach darf man sich erfahren und entwickeln und sich diese Zeit dafür gönnen.

 

Hau nicht auf den Putz. Nimm dir Zeit in die Tiefe zu kommen.

 

Bleib bei der Wahrheit und gib dich nicht aus Marketing- und Imagegründen als Experte aus, wenn du es noch nicht bist.

 

Wofür schlägt dein Herz?

Würdest du diesen Job einfach aus dem Herzen heraus machen? Auch wenn du dafür kein Geld bekommen würdest? Nein, du solltest als Coach nicht umsonst arbeiten, aber ob ein Coach seine Mission, seine Vision, seine echte Berufung gefunden hat, oder ob er nur Geld für viel heiße Luft nimmt, kann man im Verlauf eines Coachings, eines Videos, eines Webinars sehr schnell sehen, hören und fühlen.

Es fehlt der Mehr-Wert, die Erfahrungstiefe, der Impuls aus dem die eigene Lebenserfahrung spricht. Stattdessen zeigt sich das Ego, die Show, „Kauf das jetzt, weil ich bin DER Top Coach/Trainer/Speaker“.

 

Entlarvt: Wie kommst du Fakes auf die Schliche?

 

1. Achte auf den „Show-Faktor“ – Spricht er viel von großen Erfolgen, bleibt aber den echten Beweis schuldig? (Mein Haus, mein Auto, mein Urlaub, meine Frau, meine „berühmten Freunde“)

 

2. Kommst du schnell in eine begeisterte Emotion, aber auf deinem Notizblock landen keine konkreten Impulse?

 

3. Wird deine Erwartungshaltung, deine Neugier, deine Hoffnung weiter und weiter geschürt, ohne sie mit klaren Handlungsempfehlungen zu füttern? (Was soll ich machen? Wie soll ich es machen? Was mache ich wenn es nicht funktioniert?)

 

4. Ist das Angebot super mega „günstig“ – Ein fiktiver Wert in Höhe von tausenden von Euros, aber nur heute und nur hier und nur für die ersten 10 Kunden jetzt für 333€ ? (Dann stimmt doch hier was nicht.)

 

Fake it till you make it – Effekt

 

5. Fake it till you make it – Effekt: kein Mensch kommt auf die Idee den Führerschein zu machen und danach sofort anderen beibringen zu wollen wie man Fahrleher wird. Du willst doch nicht deinen eigenen Führerschein damit finanzieren, das du selbst Fahrlehrer Ausbildungen verkaufst?

 

Es gibt noch viele weitere Anzeichen um Fakes zu entlarven, aber ich denke, du weißt aus welcher Richtung der Wind weht.

 

Wie erkennst du einen echten Experten?

1. Er spricht aus eigener Erfahrung und sagt dir, was in seiner Praxis funktioniert hat und warum. Er spricht über seine Entwicklungsstufen und ist unverblümt ehrlich.

 

2. Er zeigt einen klaren, verständlichen roten Faden, der zu konkreten Ergebnissen führt.

 

3. Seine Sprache ist greifbar und genau.

 

Ein echter Experte hat die Arschruhe weg.

 

4. Er ist gelassen, er ruht in sich.

 

5. Er verkauft nicht mit Druck, sondern verkauft Produkte, weil er weiß, dass dadurch ein extremer Mehrwert für den Kunde entsteht.

 

6. Ein Experte gibt konkrete Impulse, die wirklich wirken und eine echte Veränderung hervorrufen.

 

7. Er bringt dich in Bewegung, sprich ins Handeln.

 

Um dir jetzt etwas Handfestes zu geben, zeige ich dir einige Beispiele, die ich selbst erlebt habe.

Schlechtes Beispiel aus einem echten Strategiegespräch

Kundeneinwand: „Ich glaube nicht, dass das etwas für mich ist, weil…“

 

Coach: „Dann sagst du nicht nein zu uns, sondern nein zu dir selbst.“

 

Ende vom Lied: Coach vermittelt dem Kunde ein schlechtes Gefühl und gibt diesem die Schuld. Der Kunde wird den Coach nie weiterempfehlen, geschweige denn ein positives Wort über ihn verlieren. Im schlimmsten Fall erzählt er seinem Umfeld davon und rät von einer Zusammenarbeit ab.

 

Schlechtes Beispiel aus einem echten Webinar

 Coach: „Wir erklären dir genau wie wir vorgegangen sind.“

 

Es folgt eine Dreiviertel Stunde heißer Brei, á la wie geil wir sind, wie gut das funktioniert und wie einfach das ist.

 

Coach: „Wir haben ein Tool, das kann das und das und das und das. Wir machen dir ein Angebot, dass hat einen Wert von über 10.000€, nur heute machen wir dir einen Sonderpreis von 300€.“

 

Ende vom Lied: Kunde hat keinen erkennbareren Mehrwert aus einer Stunde Webinar. Der Kunde bekommt Tools, die er selbst nicht einschätzen kann.

 

Das ist, wie wenn man dir einen Porsche für 90.000 € anbietet, und heute zahlst du nur 99 € dafür. In welchem Verhältnis steht das? Was für ein Gefühl hinterlässt das? Glaubwürdigkeit wohl eher nicht.

 

Gutes Beispiel aus einem echten Strategiegespräch

Kunde: „Ich habe gelernt, wie ein Online Coaching-Business funktioniert und wie man Online Produkte vermarktet. Aber irgendwie funktioniert es nicht so richtig. Es scheitert an der Teilnehmerzahl im Webinar und kaufen tun auch nur ganz Wenige. Wieso funktioniert das bei allen anderen und nur bei mir nicht?“

 

Coach: „Was machst du genau? Passt das Thema denn wirklich zu dir? Kannst du dich damit richtig identifizieren?

 

Kunde: „Ja klar, ich habe ja vor kurzem gelernt wie das geht. Ich zeige Menschen wie sie online besser verkaufen können.“

 

Coach: „Das habe ich nicht gemeint. Was ist dein Herzens-Thema?“

 

Kunde: „Hm, mein Herz schlägt eigentlich für das Thema ……… aber damit kann man online kein Geld verdienen. Denn mir wurde gesagt, das man damit online kein Geld verdienen kann, weil der Markt gesättigt ist.“

 

Coach: „Wer hat das gesagt?“

 

Kunde: „Ein Experte „Max Mustermann.“

 

Coach: „Und weil der das gesagt hat, stimmt das? Immer? Für Jeden?“ ...

 

Unterschied im guten Strategiegespräch

Welche Unterschiede fallen dir zwischen dem guten und den schlechten Beispielen auf?

 

Der Coach hat hinterfragt, ob das ausgewählte Thema überhaupt das „Richtige“ für den Kunde ist. Es wurde ein hemmenden Glaubenssatz gefunden, der im weiteren Verlauf des Gesprächs dann aufgelöst wurde.

 

Ein Reflektionsprozess wurde beim Kunde in Gang gesetzt. Es wurde gezeigt, wo sich der Kunde selbst widerspricht. Ein Perspektivenwechsel wurde somit möglich. Kritisches, provokantes hinterfragen des Coaches. Der Mensch wurde zurück zu sich selbst und dem echten „Herzens-Thema geführt.

 

Genau darum geht es: Den Menschen wirklich verstehen zu wollen – und ihn dann zum Kunden zu machen, nicht anders rum.

 

Lieber Coach, Trainer oder Speaker…

Was macht das mit dir, wenn du dir erlaubst deinem Herzens-Thema zu folgen?

 

Du kennst dich darin meisterlich aus, du bist also ein echter Experte. Alles geht dir geschmeidig von der Hand, weil du mit Herzblut dabei bist. Du bist sicher, authentisch und liebst was du tust.

 

Die Folge davon: Du strahlst Sicherheit und Kompetenz aus und kannst auf „heiße Luft“ verzichten. Deine Glaubwürdigkeit ist echt und braucht keine Tricks. Dass du weißt, wovon du sprichst, kann man sehen, hören und fühlen.

 

Hab ehrliches Interesse an deinem Gegenüber.

 

Klappern gehört zum Handwerk, grölen nicht!

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